Katholische Studierende Jugend

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Geschichte

Die KSJ besteht aus den beiden Jugendverbänden “Heliand-Mädchenkreis” und “Schülergemeinschaft im Bund Neudeutschland”, die fast ein halbes Jahrhundert mit dem gemeinsamen Ziel der “Neuen Lebensgestaltung in Christus” nebeneinander bestanden. Seit 1971 arbeiten sie eng zusammen und haben auf fast allen Ebenen gemeinsame Leitungen und Veranstaltungen.

Chronik der Schülergemeinschaft im Bund Neudeutschland

Juli 1919 - Kardinal von Hartmann, Erzbischof von Köln, gründet "Neudeutschland", eine Gemeinschaft katholischer Schüler an höheren Lehranstalten. Der Jesuitenpater Ludwig Esch wird erster Generalsekretär. Mit dem Namen Neudeutschland kommen der Wunsch und das Ziel zum Ausdruck, nach dem Zusammenbruch von 1918 ein neues Deutschland aus dem Geiste Jesu Christi zu schaffen. Allmählich wird der Bund von den Ideen der Jugendbewegung erfasst. So tagen 1922 auf dem 4. Bundestag 880 Teilnehmer ganz in den Formen und mit den Themen der Jugendbewegung: "Natürlichkeit, Selbstverantwortung, freie Wahl der Jugendführer usw." Nicht nur dieser, sondern auch die folgenden jährlich stattfindenden Bundestage prägen den Bund.

1923 - Festlegung der Ziele und Werte des Bundes Neudeutschland im "gesunden Jugendbewegung" distanziert sich der Bund von manchen "Fehlentwicklungen" der Jugendbewegung. Im gleichen Jahr entstehen auch die ersten Hochschulgruppen unter dem Namen "Groß-Neudeutsche".

1933 - Die Machtergreifung der Nationalsozialisten und Ihr Ziel der Gleichschaltung aller gesellschaftlichen Gruppen behindern auch die Arbeit des Bundes und beschränken diese immer mehr auf den rein religiösen und kirchlichen Bereich.

27. Juni 1939 - Der Bund Neudeutschland wird von der Geheimen durchsuchungen, zwölf Vorladungen zur Staatspolizei verboten und 1939 mit der Geheimen Staatspolizei und zweijährige letzten Losung "Löscht den Geist nicht aus" aufgelöst. Trotz des generellen Verbots beenden einige Gruppen ihre Arbeit nicht. Dieses Verhalten setzt sie dem Druck der Nationalsozialisten aus. Ihre Mitglieder müssen dafür berufliche Nachteile, Verhöre, vereinzelt sogar Haftstrafen und Aufenthalt in Arbeitslagern erdulden.

1948 - Der Bund gründet sich neu in drei selbstständigen Gemeinschaften:
  • Die Schüler "Jungengemeinschaft" Heute: KSJ-ND
  • Die Studenten "Hochschulring" Heute: KSJ-Hochschulring
  • Die Berufstätigen "Männerring" Heute: Gemeinschaft Katholischer Männer und Frauen (KMF)





Chronik des Heliand Mädchenkreises


1923 - Im Zusammenhang mit dem Bund Neudeutschland entstehen auch einige Mädchengruppen. Als diese Gruppen erkennen, dass es für sie eine eigene Art der Gruppenarbeit gibt, spalten sie sich von den Jungengruppen ab und bestehen ohne eigenen Namen und ohne eigene Gruppenführer in geringer Zahl im südwestdeutschen Raum weiter.

1926 - Nach drei schwierigen Jahren ohne jegliche Unterstützung gewinnt die Münchner Mädchengruppe den Studienrat Georg Kifinger zum und mit geistlichen Führer und gründet noch im gleichen Jahr den Bund der katholischen Schülerinnen mit dem Namen Heliand.Heliand ist das Christusbild des altsächsischen Evangeliums der jungbekehrten Germanen. Unter diesem Namen glaubt man die Ziele Deutschtum und Christentum, Natur und Übernatur vereinigt zu haben. In der Folgezeit verbreitet sich der Heliand-Bund über ganz Deutschland. Im Mittelpunkt stehen immer wieder die bundesweiten Treffen und Exerzizien.

1932 - Das Bundesgebet, das von den Mitgliedern täglich gebetet werden sollte und im Bund gewachsen ist, erhält die kirchliche Druckerlaubnis.

1933 - Trotz der mit der Machtergreifung beginnenden Schikanen - so muss z.B.die Bundesführung fünf Haus- durchsuchungen, zwölf Vorladungen zur und zweijährige Briefzensur erdulden - steigen die Mitgliedszahlen weiter bis zu 4500. Trotz ständiger Gefährdung und dauerndem Druck von Seiten der Nationalsozialisten überlebt der Bund ohne aufgelöst oder verboten zu werden die Zeit des Dritten Reiches. Er führt sogar noch 1942 den „Bundestag des Schweigens" in den Münchner Kirchen mit 600 Teilnehmern durch.

1946 - Gleich nach Kriegsende findet der Bundestag dem statt. Er ist zugleich das erste Treffen katholischer Jugend nach dem Krieg.

1947 - Auf dem Bundestag entstehen Konflikte zwischen den jüngeren und der älteren Generation, die zur Aufgliederung des Bundes in einen Mädchen- und einen Frauenkreis führen. Der Frauenkreis heißt heute "Kreis katholischer Frauen im Heliandbund".

1953 - Der Studentinnenkreis des Heliand entsteht. Wenige Jahre später entschließt er sich mit dem Hochschulring des ND zum "KSJ- Hochschulring" zusammen.

1954 – Mit dem Anschluß des Heliand Mädchenkreises und der ND-Schülergemeinschaft an die Internationale KSJ (iKSJ) beginnt die Zeit der intensiven Zusammenarbeit der beiden Verbände. Seit 1948 sind beide Verbände Mitglieder im Bund der Deutschen Katholischen Jugend (BDKJ).

1965-1970 – In dieser Zeit wird die Diskussion um pädagogische Ansätze intensiver. Auch innerhalb der KSJ haben viele Mitglieder Schwierigkeiten, sich mit der bisherigen Einteilung in die Stufen der “Wölflinge”, “Knappen” und “Ritter” zurechtzufinden. Ausgelöst durch die pädagogische Diskussion unterstützt vom Zweiten Vatikanischen Konzil und betroffen von der 68-er Bewegung wird auch innerhalb der beiden Verbände die Suche um die gemeinsamen Grundlagen und Ziele von Schülergruppenarbeit verstärkt.

1971 – Die beiden Schülerverbände schließen sich offiziel zu einer Arbeitsgemeinschaft unter dem Namen KSJ zusammen, ohne die getrennten Strukturen aufzugeben.

1972 – Die Bemühungen um die Grundlagen und Ziele von Schülerverbandsarbeit führen zur Formulierung eines Grundsatzpapiers, der “Plattform” (erster Teil). Diese wird nach einem intensiven Entscheidungsprozeß auf der Bundeskonferenz einstimmig beschlossen. Es handelt sich dabei überwiegend um theologische Aussagen.

1974 – Beim Versuch, auf dieser theologischen Grundlage praktische Handlungsanweisungen aufzubauen erkennt man jedoch, daß dazu eine Analyse der gesellschaftlichen Situation nötig ist. Diese wird im zweiten Teil der “Plattform” niedergeschrieben und 1974 mit großer Mehrheit auf der Bundeskonferenz verabschiedet. In diesem Teil werden Aussagen über Schule, Wirtschaft, Öffentlichkeit, Staat und Politik, sowie zum Konflikt zwischen den Industrieländern und der Dritten Welt gemacht.

Die “Plattform” findet ihr in unserem Downloadbereich zum herunterladen.

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"Ehrenamtliche Aufgaben stellen ein Lern- und Experimentierfeld dar, in dem selbstbestimmtes Engagement und soziale Verantwortung erlernt werden."

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